Sabaidi again! Die letzte Mail ist ja nun schon länger her und das Thema nun auch schon teilweise out of date. Trotzdem liegt es mir am Herzen, es euch dies zu kommunizieren.
Auch in Asien pfeift es mittlerweile jeder Spatz vom Dach, es ist Weihnachtszeit. Wenn davon in den normalen laotischen Bans auch nichts zu sehen ist, zumindest das Internet Cafe mit touristischer Laufkundschaft unterhält sich ein immergrünes Nadelbäumchen, welches jährlich dann mit Baumschmuck chinesischer oder thailändischer Herkunft behangen wird. Und spätestens, wenn mir die Marktfrau nach getätigtem Tomatenkauf ein “Milli Chlismis and Hippi New Year” wünscht, weiß ich es auch.
Da die Laoten im Privaten nun aber rein gar nix von Weihnachten halten, und es sicher als komisches Phalang-Zeug abtun, haben sie Heiligabend natürlich alle viel Zeit (es ist ja ein ganz normaler Tag). Gefeiert wird aber trotzdem gerne und so haben sich dann auch pünktlich (zwischen 18:00 - 19:00 Uhr) an die 40 Laoten (Freunde, Arbeitskollegen, Nachbarn, andere Phalangs und Studenten von Eiline) auf der heiligabendlichen Weihnachtsfeier eingefunden.
Und zu einem richtigem laotischen Fest darf natürlich frisch geschlachtetes Kleinvieh nicht fehlen. Trotz reichlich vorhandener Party-Fressalien, wie Kartoffel- und Nudelsalat, Tomatenbutter und auch
gegrillte Würste (sauteuer vom französischen Fleischer eingekauft), wurde also eine zappelnde Ente von Eilines laotischem Chef Nirath mitgebracht.
Aus dieser Ente sollte ein, bei den Männern sehr beliebtes weil wohl potenzsteigerndes, Gericht namens Blutsalat hergestellt werden. Leider passierte ein kleines Mißgeschick und die Ente erstickte in ihrer Plastiktüte. Kurzerhand wurde eine zweite rangeschafft.
Nachdem die erste Ente schon gerupft und ausgenommen war (dieses Handwerk scheint in Laos schon jeder 15jährige zu beherrschen und es ist auch sowas wie eine Ehre, dies auf einer Party machen zu dürfen) und auf dem Grill lag, wurde bei der zweiten nur ein kleine Stück Haut am Hals von den Feder befreit. Danach hielt sie einer mit dem Kopf nach unten und ein anderer Student Eilines schnitt ihr den Hals an.
Das gewonnene Nass wurde in einer Fisch/Soja/Gewürzsoße weiterverarbeitet und zusammen mit gebratenen Innereien serviert. Wir Phalangs mußten natürlich unbedingt mal kosten, richtig genießen war natürlich nicht drin.
Derweilen hatte eine Keyboard-Sänger-Combo im Garten aufgebaut und das Volk war mächtig am abrocken. Zusätzlich hatte wir den Laptop mit angeschlossen, so das Eiline ab und zu Karaoke trällerte. Ihre
Titelauswahl hat die Laoten aber nur zum Staunem und nicht zum Tanzen gebracht. Zwischendurch sang die Combo “Jugendliebe…” von Ute Freudenberg vom Blatt (der deutsche Text war in laotischer Umschrift
geschrieben!) und der Höhepunkt war, als Geralf von Schlemihl/Saalepower Records “Blitzkrieg Bob” von den Ramones zum besten gab und die Laoten total abhotteten.
Der ganze schräge Zauber war dann gegen 11:00 Uhr vorbei (Bier war ja dann auch alle) und nach einer kurzen Aufräumaktion hatten wir im kleineren Kreis die weihnachtliche Bescherung. Irrtümlicherweise spendierte uns unser Nachbar ein kleines Feuerwerk. Es besteht als noch Aufklärungsbedarf, was der Unterschied zwischen “Milli Chlismis” und “Hippi New Year” ist.
Aber Popeniang wie der Laote sagt - Das macht nichts!
In diesem Sinne wünsche ich euch ein fröhliches neues Jahr aus Laos!




17.December 2004 - 11:31
Ich blogge, also lebe ich!
Der Wind in Deutschland weht kälter, sogar die Sonne scheint frostiger durch die frisch geputzten Scheiben. Diese habe ich in diesem Jahr das erste Mal mit Schneespray besprüht. So wie in Thüringen, im Winter, im Echten, damals, als der Schnee sich bei…
5.July 2008 - 01:05
sabaidi,
super deine internetseiten. die beschreiben vielleicht die athmosphäre in laos richtig. kann ich aber erst in nun nur noch sehnlichst erwarteten sechs monaten erleben. da geht es erstmals für mich leider als “greis” auf nicht ganz eingetretenen pfaden gen norden.
hast du noch einige empfehlungen für laos und laotisch? deine sprachlichen darstellungen haben mir es sehr angetan. wo gibt es ein lexikon im internet, was man vielleicht auch ohne 64 schriftzeichen verstehen kann?
danke für die baldige antwort.
papa lo
7.July 2008 - 16:15
Hallo Lothar, ich empfehle dir ganz stark die Kauderwelsch Reihe. Die versucht dir das laotisch sprechen (nicht lesen / schreiben) möglichst einfach beizubringen und geht dabei speziell auf backpacker / reisende ein.
Gruss
Seebi