Ich bin nun zwar schon etwas länger wieder in Vientiane, möchte aber trotzdem noch schnell ein paar Zeilen über den Wilden Norden verfassen, da unser Trip mich sehr beeindruckt hat.
Zentral- und Südlaos sind einander wohl noch ähnlich, der Norden aber ist komplett anders. Hier leben ethnische Gruppen, die es woanders nirgends gibt und je nördlicher das Auge blickt, desto mehr wird die Region von China beeinflusst.
Die Infrastruktur ist, aufgrund der Berge, viel schlechter als im Rest des Landes. Die meisten Strassen sind gar keine und in der Regenzeit ohnehin nicht befahrbar. Abseits der großen Straße bewegen sich dann fast nur seltsame Traktorungetüme durch die Berge.
Auch die Dörfer geben ein ganz anderes Bild als ihre südlichen Kollegen ab. Die überall sehr beliebte Wellblechbedachung konnte sich hier noch nicht durchsetzen, so dass die meisten Dächer immer noch mit Holzschindeln oder Strohmatten gedeckt sind. Am Morgen ist es immer sehr nebelig und, aufgrund der Höhe, recht kühl. Vor vielen Hütten werden dann kleine Wärmefeuer gemacht, bei denen die Bewohner auf die Sonne warten.
Sobald die Frauen vom Markt zurückkommen, ertönt aus vielen Fenstern ein stetiges, schnelles Klackgeräuch. Hier wird dann Laap hergestellt, ein höllisch scharfer Salat aus ganz fein gehacktem teilweise rohem Fleisch und Kräutern. Aber das ist dann schon ein Sonntagsessen. Meist gibt es Reis mit kleinen Extras.
Die bunten ethnischen Minderheiten leben in noch höheren Lagen und kommen nur zum Handeln hier runter. So hat jede Ahka-Frau neben Ethno-Accessoires, wie Armbändern und Gürteln, auch kleine Opiumpäckchen für die Touristen anzubieten. Sie verkaufen ihre Waren hauptsächlich in
Restaurants und sammeln nebenbei alte Getränkebüchsen. Daraus werden dann neue Ethno-Accessoires hergestellt.
Highlight der Reise war allerdings der Rückflug nach Vientiane. Der Flughafen von Oudomsay sei allen Hitchhiker-Azubis wärmstens ans Herz gelegt. Da er wohl auf dem Schulweg für einen Teil der Jugend liegt, fehlt jede Absprerrung und alle laufen munter über das Rollfeld. Von hier fliegt die AT 7, der Stolz der laotischen Luftfahrt, los. Die Propellermaschine ist mit ihren 50 Sitzen das größte Flugzeug im Inlandsverkehr und sieht frisch gestrichen fast neu aus.
Als Belohnung für das Einsteigen gab es dann wunderschöne Aussichten aus geringer Flughöhe auf die Berglandschaft zu sehen. Na wenn das nichts ist…
Alles Gute - bis bald in Deutschland




13.December 2004 - 11:48
Respekt, ich glaube, in ein Flugzeug der Lao Aviation hätte ich mich nicht reingetraut. War sicher ein Erlebnis. Und mit 70 km/h im Speedboat (gezwungenermaßen) über den Mekong zu heizen war wohl auch nicht viel ungefährlicher.
Schöner Reisebericht, gefällt mir!
1.July 2008 - 21:18
Da hat Ole wohl nicht ganz unrecht!! Habe mir vor unser Reise durch Suedostasien im Mai nur einen einigen Flug in der Region vorab gebucht gehabt: Die Strecke Luang Prabang nach Hanoi. Die Strecke wird (ich glaube) taeglich mit zwei Fluegen bedient, von Lao Aviation und Vietnam Airlines. Preislich nehmen die sich nichts, den Flug mit VN kann man aber leider nicht online als E-Ticket buchen… Musste daher extra ins Reisebuero… Aber das war mir meine Sicherheit wert. Man hoert ja sonst nicht viel gutes von Lao Air .. hhehe
Ansonsten: Laos ist echt ein klasse Reiseland. Werde mir beim naechsten Besuch auch mehr anschauen. War diesmal leider nur in Vientiane, Vang VIeng und Luang Prabang.
Gruss..
Flo
2.July 2008 - 14:18
Hallo Nuku, das solltest du. Sowohl an der Grenze zu China im Norden als auch im Süden bei den Mekongfällen ist es sehr schön. Der Süden ist aber schon recht touristisch damals gewesen und vermutlich jetzt noch viel mehr.